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Sizilien, mit den Bikes um den Etna

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Das erste Frühstück im Casa per Vacanze Alcantara liegt hinter uns und wir wollen mit unseren Bikes los zum Etna. Für Sizilien-Neulinge, die wir bis auf Johannes und Orell sind, die Touristenaktration schlechthin. Der Etna ist mit seinen rund 3200m der höchste und aktivster Vulkan Europas. Ich habe Bilder von Lavaströmen im Kopf und natürlich auch die Geschichte wie Darth Vader zu seinem Namen kommt.
Über kleine Straßen zieht unsere Motorradkarawane Richtung Etna Nord. Ich sehe Bilder über Bilder an mir vorbeiziehen. Eine Landschaft geprägt von Lavaausbrüchen und darüber tront der Etna, wolkenverhangen und schneebedeckt. Ich habe den Drang zu Fotografieren, doch in einer solch großen Gruppe, ist Biken und Fotografieren gar nicht so einfach unter einem Hut zu bringen.
So trennen wir uns und vereinbaren uns am Piano Provenzana wieder zu treffen. Auf dem Weg dorthin sammeln wir unsere ersten Erfahrungen im Lavasand zu fahren. Oohhh und wie schnell meine Q versinkt, obwohl ich am Gashahn drehe…
Es sind unsere ersten Schritte in einem Lava Geröllfeld. Jetzt fehlt nur noch der Lavastrom…
Am Piano Provenzana angekommen treffen wir uns alle wieder, Essen lecker und machen noch eine gemeinsame kleine Ausfahrt auf einer Vulanschotterpiste.
Am Touristenstand erfahren wir, dass auf der Südseite des Etna geführte Touren zum Etnagipfel durchgeführt werden. Im Norden gibt es diese auch, aber nicht zu dieser Jahreszeit. Denn hier liegt noch zuviel Schnee.
Unsere Tour für Tag zwei zum Etna steht damit fest: Eine geführte Tour zum Gipfel! Und wieder habe ich Bilder im Kopf: Ein Gruppenbild vor einem Lavastrom?
Über kleine Straßen fahren wir zu unserem Domizil zurück, im Calatabiano gibt es noch eine kleine Irrfahrt durch die Gassen. Einbahnstraßen und kleine Gassen, Berg auf, Berg ab und Johannes grinst über beide Backen: „Ist das nicht schön?“Am Abend kochen wir noch zusammen und verabschieden uns zeitig zur Nachtruhe.

Der nächste Morgen beginnt früh um acht Uhr mit einem Frühstück, schließlich wollen wir heute Lavaströme angucken. Doch bevor es Richtung Etna losgeht muss noch ein Einkauf im Supermarkt erledigt werden, denn am Abend wollen wir lecker Grillen: „in famiglia.“
Der Einkauf ist schnell erledigt und verstaut und wir machen uns auf den Weg in Richtung Rifugio Sapienza. Wieder fahren wir in zwei Gruppen und vereinbaren uns am Rifugio zu treffen. Der Weg dorthin führt über kleine, kurvenreiche Straßen. Es ist Ostermontag und wie es scheint ist in Italien oder zumindest auf Sizilien Tradition sich an diesem Tag mit Familie und Freunden zum Grillen zu treffen. Entweder zu Hause oder beim Picknick im Wald, überall sitzen die Familien zusammen und der Grill qualmt.
Wir fahren über schöne kurvenreiche Sträßchen, immer den Blick auf den ebenfalls qualmenden Etna und können uns vor lauter Grillgeruch kaum auf die wunderschöne Landschaft und das Fahren konzentrieren. Am liebsten würden wir zu einer der Picknick-Gesellschaften dazusetzten.
Am Rifugio Sapienza angekommen treffen wir Marion und Ingmar wieder und lernen auf dem Parkplatz zwei Motorradfahrerinnen aus Ulm kennen. Natürlich gibt es viel zu erzählen und zu berichten. Gemeinsam geht es dann los zu einer geführten Etna-Tour. Die Auffahrt ist spannend: eine Mondlandschaft liegt uns zu Füßen: Geröll, Lavasand und immer wieder Schnee dazwischen. Doch wo sind die Lavaströme? Auf einem Gipfel zeigt uns der Tourguide, wo der letzte große Ausbruch des Etna 2004 gewesen ist. Doch leider kein Spucken und Speien zu sehen… Noch ein paar Touri-Fotos und schon drängelt der Tourguide: „Abfahrt…“ Das war es schon? Und dafür 60€? Na gut, dann halt kein Lavastrom. Aber wir waren immerhin auf dem Etna…
Wieder unten angekommen treten wir die Rückfahrt zu unserer Unterkunft an. Wir genießen nochmal die zerklüftete Landschaft und machen ein paar Fotos.
Im Casa per Vacanze Alcantara werden wir von Salvas Familie bereits erwartet. „Mama“ bringt die Grillkohle zum Glühen, der Nonno lässt uns „Esszitronen“ probieren und Salva gibt den Grillmeister. Viel erlebt, leckeres Essen „in famiglia“… was für ein schöner Abschlussabend. Wir kommen gerne wieder.

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