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Nefta – Star Wars und der erste Sand von Tunesien

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Die erste Nacht in Tozeur liegt hinter uns und wir genießen unser Frühstück unter Palmen. Der Campingplatz „Les Beaux Rêves“ ist ein kleiner Campingplatz mitten in Tozeur. Zurzeit merkt man, dass hier das Kapital fehlt. Aber wenn der Campingplatz ein bisschen wieder hergerichtet wird, dann ist es einfach ein Traum: klein aber fein.

Nach dem Frühstück packen wir ausreichend Wasser ein und bereiten uns auf die erste Tour vor. Heute wollen wir in Richtung Nefta fahren, die Star Wars-Kulissen besuchen und vor allem endlich die ersten Dünen durchfahren.

Also erst einmal volltanken. So macht Tanken Spaß: 60l für rund 25 Euro. :-)

Doch, oh je, was macht Johannes? Der Sprit schießt aus seinem Tankstutzen über den Tank, über Johannes und auch noch über das Navi. Was für ein Pech. Das erste Navi ist somit raus… Schade, denn die OSM Tunesien lief auf dem Nüvi 320 sehr gut. Nach diesem Totalausfall geht es dann aber los.

Die Strecke Tozeur – Nefta ist vergleichsweise langweilig. Es geht einfach nur geradeaus. So sind die 20 km schnell überbrückt. Doch irgendwie, habe ich die Koordinaten nicht gut gesetzt. Oder doch? Wir brauchen einen Moment der Orientierung, um die richtige Piste zu finden. Der Sand in Nefta ist schon sehr weich. Bei der Vorbeifahrt an einer Schule schmeißen uns halbstarke Kinder Steine vors Rad. Nicht schön! Jugendliche, halt. In diesem Alter sind scheinbar überall ein wenig schwierig…

Über eine Piste und den Chott El Jerid erreichen wir die ersten „Weltraumruinen im Wüstensand“.  Zur Erhaltung der Filmkulissen wurde von der Fangemeinde ein Spendenfond eingerichtet. So kann man noch heute Luke Skywalkers Zuhause besichtigen.  Angekommen kochen wir uns erst einmal einen Kaffee und freuen uns hier zu sein, trotz der 40 Grad. Star Wars Fieber.  (N 33° 50.575 E 007° 46.743)

Nach einem ersten Fotoshooting fahren wir weiter. Es geht über eine teils sehr versandete Straße zu weiteren Star Wars Kulissen: „Vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie…“

Kaum sind wir dort angekommen, bezahlen wir auch schon einen Dinar Eintritt. Wir sind die einzigen Touristen und ich frage, ob wir mit unseren Motorräder in die Filmstadt hineinfahren dürfen. „Kein Problem.!“ Großartig! Ein Traum wird wahr: mit meiner Q in die Filmkulissen von Star Wars fahren. Wie genial ist das denn… Ich brauche eine kalte Cola und dann muss ich Fotografieren: „Durchkämmt die Wüste.“ 😉

Kaum haben wir unsere Motorräder im „Innenraum“ abgestellt, sind auch schon fünf Verkäufer da, die den drei Touristen unbedingt etwas verkaufen möchten. Auf eine sehr freundliche Art und Weise preisen sie uns ihre Produkte an. Zunächst versuchen sie ihr Glück bei Christina und mir. Doch so richtig gefallen uns die Souvenirs nicht. Johannes beobachtet die Situation aus der Distanz und grinst. Ich zeige auf Johannes: „Er hat viel Geld.“ Darauf springen die Verkäufer sofort an. Die fünf Verkäufer rennen Johannes hinterher, mit den Worten: „Hey ‚viel Geld’, hey ‚viel Geld’ schau mal.“ Christina und ich wir können uns nicht mehr retten vor lachen. Aber auch „viel Geld“ möchte nichts kaufen. Letztlich kaufen wir kurz vor unserer Abfahrt kleine Flaschen mit Sand. Die nehmen ja keinen Platz ein. Beeindruckt von den Kulissen und immer noch mit einem Grinsen im Gesicht über „viel Geld“, machen wir uns wieder auf den Rückweg in Richtung Tozeur.

Doch bevor es los geht: Rund um die Filmkulissen gibt es große Sanddünen… Die machen mich ja schon an. Dieses Kribbeln in den Fingern… Ich halte es nicht mehr aus, Dünen, Sand, Desert und los. Ich steuere meine Q auf eine der Dünen zu. Doch was für eine Ernüchterung: Der Sand ist so weich, so tief und meine Q ist vollgetankt ganz schön schwer. Weit komme ich nicht und dann ist graben ist angesagt. Eine Lektion: Sand ist nicht einfach Sand. Hier ist er sehr fein, sehr kalkhaltig und einfach trocken. Was für ein Kraftakt!

Zurück in Nefta gibt es zur Stärkung erst einmal ein gegrilltes Huhn.

Später auf dem Campingplatz in Tozeur, genießen wir alkoholfreies Bier und freuen uns über das Erlebte: Star Wars und der erste Sand von Tunesien.

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