Einspurig unterwegs…

Fernweh, Abseits der Piste, Motorrad

Motorradurlaub Ostsee 2005, Russland nach Finnland 3

Motorradurlaub Ostsee 2005 St. Petersburg, Finnland, Fähre nach Deutschland

| Keine Kommentare

Die drei Tage St. Petersburg waren schnell vorbei. Christina und ich waren tief beeindruckt von dieser Stadt. Es ist bis heute eine der schönsten Städte, die wir  auf unseren Touren in den letzten 14 Jahren besucht haben.

Nach einem guten Frühstück packten wir unsere Motorräder und begaben uns zum letzten Mal in den Straßentumult dieser Millionenstadt. Wir ahnten nicht, dass es noch ein wenig dauern würde bis wir St. Petersburg verlassen würden. Fehlende Straßenschilder und mangelnde Sprachkenntnisse sollten uns noch eine Weile hier „festhalten“. Fairerweise sollte ich noch erwähnen, dass wir damals noch „Navigationsgerätverweigerer“ waren. Wir fuhren also los in Richtung Norden. Zumindest glaubten wir das. Wir wollten nach Vibourg, um dort den Grenzübergang nach Finnland zu überschreiten. Aber irgendwie stimmte unsere Karte nicht?! Wir fuhren Kilometer um Kilometer und waren schon mindestens eine Stunde unterwegs, aber wir waren immer noch in der Stadt. Zwischendurch hatten wir genau ein Schild mit der Aufschrift „Vibourg“ gesehen und waren ihm gefolgt. Doch seit einer gefühlten Ewigkeit hatten wir kein weiteres gesehen. In einem Kreisverkehr entdeckte ich einen Polizisten und hielt ungeachtet der Verkehrssituation direkt vor ihm an. Da ich mitten im Kreisverkehr stand, schaute dieser mich einigermaßen überrascht an. Irgendwie schaffte ich es ihm mit Händen und Füßen unser Problem zu erläutern. Daraufhin begann der Polizist mir freundlich gestikulierend den Weg zu zeigen und ich versuchte seinen Gesten zu folgen.

Wir starteten unsere Motorräder wieder, bedankten uns und versuchten den erläuterten Weg zu finden und tatsächlich hatten wir nach relativ kurzer Zeit die Stadt verlassen und waren endlich auf dem Weg nach Vibourg.

Das ist das Schöne am unterwegs zu sein: irgendwie verständigt man sich doch immer.

Nachdem diese Hürde genommen war, erreichten wir die Grenze zu Finnland trotz tiefer Schlaglöcher und fehlender Gullideckel vergleichsweise schnell. Kurz vor der Grenze tankten wir ein letztes Mal für ein paar Cent. Dann kam die Ausreise nach Finnland. Die Abfertigung war kein Vergleich zur Einreise: Innerhalb einer Minute waren wir in Finnland. Wir blieben noch ein paar Tage bevor es auf die Fähre nach Rostock und somit zurück nach Deutschland ging. Unsere Ziele in Finnland waren die Städte Hamina und Kotka. In diesen Hafenstädten war ich zuletzt als Kind gemeinsam mit meinem Vater unterwegs, auf der MS Dorsch. Es war ein sehr tolles Gefühl mit Christina auf den Spuren der Kindheit unterwegs zu sein.

Später auf der Fähre trafen wir noch ein paar Motorradfahrer und schnackten bei Hansapils über unsere Touren. So war die Überfahrt nach Rostock kurzweilig.

Rostock begrüßte uns mit Regen, Regen, Regen… was für eine Ankunft in Deutschland. Also entschieden wir uns bei diesem Wetter gleich für die Autobahn in Richtung Bremen. Zum Abschluss vom Urlaub besuchten wir unsere Eltern, bevor wir uns zurück auf den Weg ins Ländle machten.

5500km lagen hinter uns mit vielen beeindruckenden Momenten, an die wir uns bis heute gerne zurückerinnern.

Schreib einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


"