Einspurig unterwegs…

Fernweh, Abseits der Piste, Motorrad

Marokko - Ziz-Schlucht im mittleren Atlas

Motorradurlaub Marokko 2012 – Von Chefchaouen nach Merzouga

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Montag 26.März:
Heute geht es weiter Richtung Fes, wir packen unsere Motorräder. Allerdings muss dazu anmerken, dass wir sind nicht unbedingt die schnellsten Packer sind. Wir beginnen den Tag also mit einem guten Frühstuck. Doch heute brauchen wir zum Verpacken unserer Ausrüstung eine Ewigkeit. Wir haben unser Packsystem sehr stark modifiziert. Infolgedessen dauert es nochmal doppelt so lange… aber am Ende ist alles handlich und überschaubar verstaut.
Also auf nach Fes, die Strecke führt uns über kleine Straßen und schöne Olivenbaumalleen nach Fes. Ansonsten ist die Strecke für unser empfinden nicht sonderlich spektakulär. Ab und zu sind wir überrascht, keine richtige Straße die Straßenrändern abgesackt und uns kommt ein 30t entgegen, hat der eine Brücke dabei?
Insgesamt ist der Verkehr in Marokko außerhalb der Städte überschaubar. In den Städten sieht das etwas anders aus. Alle folgen dem Prinzip: „Es wird gefahren wo Platz ist“. Fußgänger, Esel, Taxi und wir mittendrin, so begrüßt uns das „neue“ Fes. Wir übernachten auf dem Camping International de Fes.
Dienstag 27.März:
Der Chef vom Campingplatz organisiert uns einen offiziellen, deutschsprachigen Tourguide zur Besichtigung der Medina von Fes. Wie besprochen holt uns unser Tourguide Hamid um 10Uhr vom Campingplatz ab. Hamid ist pünktlich. Wir auch fast. ☺ Also auf in die Millionenstadt Fes. Wir teilen unserem Guide mit, was wir gerne sehen möchten. Fes hatte die erste Uni der Welt, es gibt noch sehr viel Handwerk, und wir wollen in das Labyrinth der Medina eintauchen. Natürlich führt uns Hamid auf der Tour durch die Stadt auch zu dem ein oder anderen Händler, damit wir Souvenirs einkaufen. Aber wir bleiben weitestgehend standhaft. Nach sieben Stunden laufen und schauen in dieser polarisierenden Stadt, sind wir k.o. und der Meinung genug gesehen zu haben. Unser Resümee: Fes ist eine tolle Stadt. Uns haben vor allem die Unterschiedlichkeit der Viertel: das jüdische, das arabische, das tunesische Viertel und natürlich das Handwerk in seiner Vielseitigkeit beeindruckt.
Am Ende der Tour sind wir froh einen Tourguide genommen zu haben, sonst hätten wir sicherlich weniger von der 1,6Millionen Einwohner zählenden Stadt gesehen. Aber jetzt brauchen unsere Füße erstmal eine Pause.


Mittwoch 28.März: Abreise von Fes Richtung Merzouga
Jetzt haben wir lange genug den Norden von Marokko erkundet und wollen uns endlich in die Wüste wagen. Wir machen uns also auf Richtung Merzouga, diesmal über die Hauptroute. Wieder einmal dauert das Packen zu lange und wir kommen erst gegen 12Uhr los. Merzouga werden wir heute wohl noch nicht ganz erreichen. Wir fahren durch eine schroffe Felslandschaft, zwischendurch Wälder immer mit Kurven und ein auf und ab. Nach Azrou verändert sich die Landschaft stark, eine karge Steinwüste mit langen Geraden und immer mit Blick auf das Atlas Gebirge. Wir verlassen ein wenig die Hauptstraße und fahren auf Pisten parallel zur Hauptstraße, cool. Beim Tankstopp in Midelt beschließen wir noch ein bisschen weiterzufahren. Es geht hinauf in den mittleren Atlas. Und wie bei uns in den Bergen beginnt es zu regnen und es wird kalt. Vor uns liegt unser erster Pass in Marokko mit seinen 1900m. Bei Regen und Kälte können wir diesen jedoch nur bedingt genießen. Als wir den Pass hinter uns gelassen haben und es noch immer nicht aufgehört hat zu regnen, beschließen wir im nächsten Ort eine Übernachtungsmöglichkeit zu suchen. Die Wahl fällt damit auf Rich. Es regnet in Strömen und wir tuckern durch Rich, diese Stadt zieht uns gleich in ihren Bann, wir fahren durch die kleinen Gassen, wo trotz Regen ein reges Treiben herrscht und werden im Hotel Al Massira fündig. Der Chef des Hotels bietet uns ein Zimmer für 80 Dh an und dazu gibt es auch noch eine Parkmöglichkeit für unsere Motorräder. Wieder einmal sind wir von der Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft beeindruckt.
Wir haben inzwischen schon einige Zuschauer. Touristen und vor allem Motorradfahrer kommen scheinbar nicht sehr oft nach Rich. Und dann noch eine Motorradfahrerin. Das ist schon eine Attraktion. Die Einfahrt zur „Garage“ ist allerdings nicht sehr groß und es müssen hohe Bordsteine überwunden werden. Das ist bei dem schmierigen und rutschigen Untergrund kein leichtes Unterfangen. Beim Versuch die F 650 GS in die Garage zu fahren drehen die Reifen durch und das Motorrad bewegt sich gar nicht. Also hochhieven und rein. Es sind zum Glück viele helfende Hände dort und im Nu ist die F in der Garage verschwunden. Nun meine R 1150 GS schon auf Grund des Gewichts will ich die GS nicht tragen und wie ein Trecker tucker ich Sie in die Garage. Verwundert und ungläubig schauen mich die Helfer an und klopfen mir auf die Schulter.
Zum Abschluß des Tages gibt es noch eine leckere Tajine und einen Tee, dann fallen wir völlig erledigt ins Bett.


Donnerstag 29.März:
Am nächsten Morgen werden wir vom beginnenden Trubel auf dem Markt geweckt. Der Regen und die Kälte vom Vortag sind vergessen und scheinbar sind bereits alle 30.000 Einwohner von Rich auf dem Markt unterwegs. Tourismus gibt es hier nicht. Das ist das Leben in Marokko. Wir würden uns gerne unter das Volk mischen, aber dazu wird die Zeit wohl nicht reichen. Die Wüste ruft. ☺
Aber erstmal gehen wir frühstücken. Hassan, der stellvertretende Hotelchef, begrüßt uns herzlich und serviert uns ein opulentes Frühstück.
Er hilft uns auch als wir später die Motorräder aus der Garage holen. Wir machen noch ein paar Fotos und dann wird es Zeit für uns. Nach einer herzlichen Verabschiedungszeromonie fahren durch die Ziz Schlucht Richtung Merzouga. Die Schlucht ist gigantisch und wir kommen aus dem Fotos schießen nicht raus. Weiter geht es Richtung Erfoud und Rissani. Hinter Rissani gibt es viel Sand und Palmen und wir kommen der Wüste näher. Dann fahren wir endlich auf die Sanddünen des „Erg Chebbi“ zu. Ich bekomme Gänsehaut. Seit Jahren träume ich davon mit Christina und den Motorrädern in die Wüste zu fahren.
In Merzouga angekommen halten wir Ausschau nach der Unterkunft „Chez Youssef“, die uns die Franzosen auf der Fähre empfohlen hatten. Wir hängen auch die ganzen Vermittler für Unterkünfte ab, die am Ortseingang von Merzouga auf die einfahrenden Touristen warten. Nur eine Mofa lässt sich nicht abschütteln und folgt uns wild gestikulierend. Als wir bei „Chez Youssef“ ankommen ist er immer noch bei uns. Wir steigen ab und der Mofafahrer stellt sich uns vor mit den Worten: „Ich bin Achmed, Du kannst mir vertrauen. Mein Name ist Achmed Geradeaus“. ☺
Bei „Chez Youssef“ ist gerade niemand da und das lässt Achmed keine Ruhe. Er klingelt viele Male auch bei den Nachbarn und telefoniert gleichzeitig. Schließlich gehen wir auf seinen Vorschlag ein, dass er uns eine alternative Unterkunft zeigt. Wir landen dann über Umwege im „Lac du Sahra“. Ein sehr schönes Hotel direkt an der großen Düne. Wir bekommen zwei große Zimmer mit eigenem Bad und genießen unseren Willkommens Tee zu Füßen der Sahra.

2 Kommentare

  1. hallo ihr zwei
    na wie geht`s denn so mit dem fahren?bisher noch alle knochen und motorräder heil?
    wir wünschen euch ein schönes osterfest und weiterhin unfallfreises biken!
    hier ist das wetter nicht doll,es ist recht frisch und es ist noch regen und schnee angesagt.vielleicht könnt ihr ein bischen sonne mitbringen!!!!
    liebe grüße von maggy,wolf,tabby + moppel

    • Hallo Wolf,
      Knochen sind noch alle heile, Koffer haben neue Beulen. :-)
      Wir hatten viel Spaß in der Wüste. Das nächste Mal musst Du unbedingt mitkommen.

      Frohe Ostern
      C&C

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