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Piste von M'hamid nach Foum Zguid - Iriqi

Motorradurlaub Marokko 2012 – Piste von M’hamid nach Foum Zguid

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Mittwoch 4.April

Heute heißt es leider Abschied nehmen von Rachid, dem Garden Eden und M´hamid. Unsere Motorräder sind startklar. Für die ersten Kilometer von M´hamid bis nach MelÁlg haben wir ein Begleitauto für das Gepäck. Für die ca.40km Sandpiste nicht schlecht, aber ich mag es nicht wenn mir jemand den Takt angeben möchte. Insbesondere habe ich bei den Sandpisten die Ralley Dakar vor Augen und möchte dementsprechend zügiger fahren, was ein Tourguide sehr einschränken kann….

In der Oase MelÁlg, haben wir den sandigsten Teil der Piste hinter uns gelassen und der Tourguide macht sich mit seinem Geländewagen auf den Rückweg. Wir packen das Gepäck wieder auf die Motorräder und machen auf die folgenden 110 km Wüste endlich wieder unsere eigenen Erfahrungen. Natürlich sind unsere Motorräder nicht die kleinsten und mit dem Gepäck ist schon ein ordentliches Geschoß was wir da durch die Gegend fahren, aber es macht Spaß und wir wollen keine Rekorde brechen.

So fahren wir „slowly“ die ersten Kilometer zwischen den Dünen des Erg Chegaga und der Steinwüste. Das geht recht gut. Dann kommen wir auf den der Lac Iriqi: Fester Untergrund, super zu fahren. Wir geben Vollgas… Das macht Spaß! :-) Doch dann lenke ich uns vom Lac Iriqi auf die falsche Piste und wir landen mitten in der Hammada. Die großen Steine und ausgetrocknete Flussbetten zu durchqueren, ist schon eine Herausforderung für Mensch und Material. Wir sind froh, dass die Flußbetten ausgetrocknet sind, so bleiben wir von Wasserdurchfahrten auf diesen Steinen verschont.

Wir hoffen die ganze Zeit, dass wir doch gleich wieder auf dem See rauskommen, doch dem ist leider nicht so. An einem der Flussbetten passiert es dann. Der Aufstieg ist eher steil und mittendrinn befindet sich eine Sandpassage. Christina meistert den Abschnitt echt super. Ich will ihr folgen, doch plötzlich ist es überall schmierig und glitschig. Was ist das? Ich halte an um nachzusehen und kann mein Motorrad kaum halten.  Ich blicke herunter und stelle fest, dass ich keinen Ölstutzen mehr habe und das Öl langsam aber stetig aus dem Boxer herausblubbert. Schock! Schnell stelle ich den Motor ab, aber auf dem rutschigen Untergrund kämpfe immer noch dagegen an, dass mir das Motorrad nicht umfällt. Dann hätte ich innerhalb kürzester Zeit nicht mehr viel Öl im Motorblock und weiterfahren würde ausfallen. Ob der ADAC-Abschleppdienst auch hierher kommt? Christina eilt mir zur Hilfe und gemeinsam schaffen wir es, die GS aufzurichten und auf den Hauptständer zu stellen. Zum Glück finden wir auch den Ölstutzen wieder. Wir entfernen den Sand vom Stutzen, kippen Öl nach und sind erleichtert, dass wir weiterfahren können. Alhamdulillah!
Es kommt wie es kommen muß: Da zelten in der Hammada echt schwierig ist, wenn man gerade ohne Dachzelt unterwegst ist, erreichen wir Foum Zguid im Dunkeln. Unsere erste Nachfahrt über die Piste und vorerst letzte Fahrt durch die Wüste geht zu Ende, zumindest für diesen Urlaub! Im Hotel Touristique nehmen wir ein Zimmer und freuen uns auf eine Dusche und ein leckeres Abendessen. Das Hotel ist sehr schön und das Personal ist sehr freundlich. Doch ich bin ein wenig melancholisch. Die Zeit in „the Desert“ ist vorbei und wir haben von Merzouga bis Foum Zguid viele außergewöhnliche Menschen und ein außergewöhnliches Land kennengelernt. Schade, dass wir nicht noch länger bleiben können.

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