Einspurig unterwegs…

Fernweh, Abseits der Piste, Motorrad

Marokko - Erg Chebbi - BMW R1150 GS

Motorradurlaub Marokko 2012 – Merzouga

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Freitag 30.März:

Wir sind also im Tafilalet, dem größten Oasengebiet Marokkos angekommen und starten durch zu unserer ersten Tour in die Sahara. Es sollte eine Lehrstunde par excellence werden. Unsere geplante Route von 76km werden wir auf 7,6km runter reduzieren. Es hat die Tage zuvor auch hier viel geregnet und somit sind große sichtbare Schlammlöcher auf der Piste. Ich weiß nicht warum, ich übersehe gleich das Erste und liege mitten drin. Mein 270kg schweres Motorrad im Matsch aufzurichten stellt gleich die erste echte Herausforderung dar. Dann fahren wir auf die erste Düne zu. „Das ist meine :-)“, denke ich mir. Ich nehme die Düne ohne Probleme. Doch direkt dahinter kommt gleich die Zweite und ich bin im vierten Gang. Keine Chance! Also: ein zweites Mal Motorrad aufheben binnen 10 Min. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen mein Motorrad nicht mehr als drei Mal aufrichten zu müssen, doch das war wohl etwas zu optimistisch. Es sollten noch einige Male folgen. Als es mir mit meiner GS zu anstrengend wird, muß Christinas GS herhalten. Das geht anfangs auch sehr gut. Dann verfehle ich die Piste und auch die kleine GS gräbt sich ein und die großen Dünen liegen immer noch vor mir in ca. 50 Metern Entfernung. Inzwischen ist uns klar, dass wir die geplante Runde heute nicht schaffen werden, also machen wir erstmal eine Kaffeepause in der Wüste.

Wir verbringen den Tag damit „Erfahrung im Sandfahren zu sammeln“. Als uns nachmittags die Kraft verlässt, kehren wir zur Straße zurück und packen unseren Kompressor aus, um den Luftdruck der Reifen wieder auf die Straßenverhältnisse anzupassen. Beim Versuch den Hinterreifen der F aufzupumpen gibt der Kompressor direkt auf. Während wir noch rätseln warum der Kompressor nicht mehr funktioniert, hat ein vorbeifahrender LKW-Fahrer die Situation schon erkannt. Er parkt mit seinem Tanklastwagen rückwärts auf der Piste und holt seinen Druckluftschlauch heraus. Innerhalb von gefühlten 2 Minuten ist die Sache erledigt und der LKW-Fahrer auch schon wieder verschwunden.

Nach dieser schnellen und unkomplizierten Hilfe schließen wir den Kompressor an der 1150 an. Er funktioniert wie zu Hause getestet. An der F ist die Sicherung für die Bordsteckdose durchgeschmort.

Wir kehren nach Merzouga zurück und gönnen uns im „Cafe Dakar“ erstmal einen Tee und Brochette zur Stärkung. Mit den Erfahrungen von heute werden die nächsten Touren sicher länger…

Samstag 31.März:

Heute wollen wir unsere zweite Tour in die Wüste starten. Doch zuerst versuchen wir in Merzouga eine 10 Ampere Sicherung für Christinas Motorrad zu bekommen. In der kleinen Werkstatt im Ort gibt man sich wirklich alle Mühe, aber hier in Merzouga ist nichts zu machen. In Erfoud, so versichern uns die Mitarbeiter der Werkstatt, wäre eine solche Sicherung problemlos erhältlich. Nach Erfoud gibt es eine Piste. In die Richtung hatten wir sowieso vor zu fahren. Also los.

Die Piste führt vorbei an der höchsten Düne der Erg Chebbi mit ihren 115m und anschließend quer durch die schier endlose Steinwüste „Hammada“. Auf den ca. 40km Piste durch die Hammada ist keine Menschenseele anzutreffen. Das ist rund um „Erg Chebbi“ anders. Hier gibt es immer Kinder oder Verkäufer, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Wir genießen die Abgeschiedenheit, kochen uns einen Kaffee und verlieren jegliches Gefühl von Raum und Zeit. Die Stille wird von nur einer einzigen Fliege unterbrochen. Fliegen gibt es echt überall!

In Erfoud angekommen führt uns die Straße mitten durch den Souk. Wir manövrieren unsere Motorräder durch die Menschenmenge und genießen die Perspektive vom Motorrad aus. Bei einem Tee und Omelett erholen wir uns im Kaffee Palmiers vom Wellblech in der Steinwüste.

 

Um eine längere Suchaktion nach einer geeigneten Werkstatt zu vermeiden, zeigen wir dem Wirt die kaputte Sicherung und fragen ihn wo wir eine solche bekommen können. Er schaut sich diese an, nimmt sie und geht damit zu seinem Bekannten. Dieser nimmt die Sicherung, schaut uns an, sagt: „Ten minuts“ und weg ist er. Nach eine Weile kommt er wieder mit zwei neuen Sicherungen und möchte 3DH haben. Wir sind überwältig von dieser Hilfsbereitschaft. Wir geben ihm einen 20DH Schein und bedanken uns. Dem Herrn sind die zwanzig fasst zu viel, doch uns ist es das wert.

Wir wechseln die Sicherung und fahren zurück nach Merzouga. Diesmal nehmen wir die Straße. In Merzouga angekommen, kehren wir wieder im Kaffee Dakar ein, um noch einen Tee zu trinken und Brochette zu essen, bevor wir uns im Lac du Sahara der Motorradpflege widmen.

Ein Kommentar

  1. Schlammbad fast wie bei dirt4fun, schade daß das mit dem weiterkommen nicht so klappte, aber so ist das mit den Dünen es kommt erst eine dann noch eine usw die Zieldüne verschwindet aus den Augen im Meer aus Sand. Eure Grillkünste sind echt famos doch nen Kamelschädel unrasiert abnagen ist echt herb. Wünsche weiter gute Fahrt

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