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Marokko Flagge

Motorradurlaub Marokko 2012 – Atlantikküste – Témara – Rabat

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Montag 9.April, Dienstag 10.April

Heute verlassen wir Boutique Riad Dar Najat, Marrakech. Wir haben uns kurzer Hand entschieden die letzten zwei Tage doch noch an den Atlantik zu fahren. Leider ist Safi zu weit um von dort aus weiter nach Tanger zu fahren. Also entscheiden wir uns für die Gegend rund um Rabat, der Hauptstadt Marokkos.

Wir packen und dank der großartigen Unterstützung der Angestellten brauchen wir nur einmal vom Riad zum Parkplatz laufen. Als wir unsere Motorräder beladen haben erscheint der Chef der Boutique Riad Dar Najat auf dem Parkplatz, um sich persönlich von uns zu verabschieden. Wir wären gerne noch geblieben, aber leider neigt sich der Urlaub dem Ende und die Fähre wartet nicht.

Wir bezahlten den Parkplatz und fahren los. Erstmal raus aus der Medina. Wir fahren durch die kleinen Gassen von Marrakech. Christina fährt voraus und ich folge Ihr, bis jetzt hat uns Garmin Street Map besser durch die Städte geführt als die Topografische Karte auf meinem Garmin. Doch heute ist dem nicht so. Die Gassen werden immer enger und Christina fährt weiter und weiter. Beim Gemüsehändler wird es dann richtig eng. Ein Minitransporter auf der einen, die Auslage des Händlers auf der anderen Seite. Christina fährt weiter. Wenn ich Ihr jetzt weiter folge, räume ich mit meinem Boxer alles ab. Ich muss mir einen anderen Weg suchen. Ich gestikuliere und hupe, doch Christina hört und sieht mich nicht. Na gut, wir haben ja Telefon und jeder ein Navi. Ich finde schnell einen Weg raus aus den schmalen Gassen der Medina. Christina braucht noch eine Weile länger. Manchmal ist eine genaue Karte kein Vorteil…

Wir treffen uns auf der Hauptstraße wieder und fahren raus aus Marrakech Richtung Casablanca. Der Atlantik ruft. Wir fahren durch die Dörfer und Städte, genießen den Trubel. Zwischendurch muss ich an einem relativ unspektakulären Ort anhalten: Meine BMW 1150GS hat 160000km auf dem Tacho stehen. Das muss natürlich unbedingt fotografisch festgehalten werden.

Wir fahren durch Benguerir und wieder einmal duftet es nach Gegrillten. Es ist Mittag, also machen wir eine Pause und genießen nochmal Brochette, Frites und marokkanischen Salat. Wir werden es vermissen.


Als wir kurz vor der Atlantikküste durch die Stadt Settat fahren, haben wir plötzlich das Gefühl unbemerkt Marokko verlassen zu haben. Dies könnte auch eine Stadt im Süden Europas sein. Casablanca sieht nicht anders aus und überzeugt uns nicht so richtig. Also fahren wir weiter Richtung Rabat. Gefühlt sind wir seit Settat wieder in Europa angekommen. Die Leute sind nicht mehr ganz freundlich, bis auf die Polizisten, die sind offenbar in ganz Marokko nett. Jedenfalls waren sie das im ganzen Urlaub.

Die Atlantikküste sieht hier schon sehr schön aus und so dicht am Meer wollen wir natürlich Campen. In Rabat soll es zwei Campingplätze geben. Wir cruisen also über die Küstenstraße in Richtung Rabbat. Rabbat, die Hauptstadt Marokkos, gibt mit ihrer recht neuen Straßenbahn ein sehr modernes Bild ab. Den Sitz von Mohanmed dem Sechsten haben wir gesehen. Doch wo sind die Campingplätze?

Die Koordinaten die wir haben scheinen nicht zu stimmen, also fragen wir einen Herrn in der Nähe der Stelle, wo einer der Campingplätze hätte sein sollen. Er erklärt uns, dass die Campingplätze in Rabat wegen den fehlender Touristen leider beide schließen mussten. In Témara soll es einen Campingplatz geben. Das liegt etwa 13 km südlich von Rabat. Auf dem Hinweg haben wir dort zwar keinen Campingplatz gesehen, aber das muss ja nichts heißen. Wir fahren also zurück.

In Témara angekommen sehen wir den Platz jedoch immer noch nicht. Inzwischen ist es wieder einmal dunkel.

Wir fragen Polizisten der nächsten Polizeikontrolle nach dem Platz. Diese sind aber mehr an unseren Navis interessiert. Christina wird über alle Funktionen ausgefragt. Nach der freundlichen Unterhaltung mit den Polizisten über Navi und wie uns Marokko gefällt begeben wir uns wieder auf die Suchen nach dem Campingplatz.

Schließlich werden wir fündig. Doch oh je, das ist nicht unser Platz. Ich schaue mir alles an. Eine Dusche gibt es nicht und auch sonst läßt der Zustand der Sanitären Anlagen (es gibt genau eine Toilette und ein Waschbecken) sehr zu wünschen übrig. Das ist keine 12Euro pro Nacht wert. So landen wir im Hotel Panorama. Es ist kein besonderes Hotel und bekommt von uns auch keine besondere Empfehlung, aber es ist nicht übertrieben teuer und erst einmal haben wir eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden. Nach näherem inspizieren beschließen wir sogar zwei Nächte hier zu bleiben. Das Hotel hat zwar seine besten Jahre hinter sich, aber es gibt eine tolle Terrasse mit Blick auf den Atlantik und ein Restaurant gibt es auch. Die Mitarbeiter im Restaurant sind sehr bemüht. Der Platz gefällt uns und ist bestens geeignet, um einen Tag lang die Seele baumeln zu lassen und bei Fischteller, Sonne, Wein, Blick auf den Atlantik und einem traumhafteten Sonnenuntergang die letzten 17 Tage Revue passieren zu lassen.

4 Kommentare

  1. :-) Nr. 13, was ein schönes Bild von euch!
    LG Kristina

  2. Hallo,

    ich habe mit Interesse euren Tourbericht Marokko durchgeblättert. Einige Dinge würden mich dazu interessieren (mag sein, dass ich das aber auch überlesen habe):

    1.
    Wie hoch waren denn die Gesamtkosten für zwei Personen (vor allem mit Fähre, muss man die eigentlich vorbuchen?)

    2. Habt ihr die Tour „frei Schnauze“ von daheim vorgeplant, oder habt ihr Reiseliteratur zur Hilfe genommen (vorgefertigte Tourenvorschläge)?

    Grüße aus Südbaden

    • Hallo Torsten,

      es freut uns, dass unser Bericht Dein Interesse geweckt hat.
      Wir planen noch einen Abschlussbericht zu schreiben, in dem wir genau die Planungsthemen nochmal aufgreifen.

      Zu Deinen Fragen: Wir haben die Fähre über den ADAC vorgebucht und haben dort 770 EUR für Hin- und Rückfahrt für zwei Personen, zwei Motorräder einschließlich Kabine bezahlt.
      Insgesamt hat uns die Tour für 4 Wochen ca. 3000 EUR inklusive Anfahrt und Fähre gekostet.
      Geplant haben wir grob im Vorfeld, aber vor Ort dann doch spontan entschieden und modifiziert. Wir hatten zwei Reisführer dabei und haben uns im Vorfeld über http://forum.motorradkarawane.de/ informiert.

      Grüße aus dem Schwabenland

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