Einspurig unterwegs…

Fernweh, Abseits der Piste, Motorrad

Ausfahrt der Faehre Genua - Barcelona - Tanger

Motorradurlaub Marokko 2012 – Anreise / Ankunft

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Donnerstag 22.März: Es wird spannend. Wir haben noch einmal gut gefrühstückt, die Motorräder startklar gemacht und machen uns auf den Weg zum Fährhafen. Dort angekommen, kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die überbeladenen Kleintransporter kannten wir bislang nur von Bildern.


Wir schauen uns ein wenig um. Vor der Fähre warten fast ausschließlich besagte überbeladene Transporter und einige wenige 4×4 und wo sind die Motorradfahrer? Sollten wir die einzigen sein?

Nun zu den Formalitäten: Checkin, Zoll und Passkontrolle müssen noch erledigt werden und wir haben natürlich keinen Kugelschreiber dabei. In der Schlange vor der Passkontrolle lernen wir Ali und seine Frau kennen. Ali leiht uns seinen Kugelschreiber und erklärt uns das auszufüllende Formular.
In der PKW/ Kleintransporter Schlange steht Ali mit seinem Transporter neben uns. Als er uns entdeckt, freut er sich und erzählt uns in einer Mischung aus Französisch, Italienisch und Arabisch leidenschaftlich von Marokko. Sehr Sympathisch :-)

In der Zwischenzeit ist eine Truppe italienischer Biker aufgetaucht, sieben Freunde die gerne gemeinsam auf Tour gehen. Wir sind also doch nicht die einzigen Motorradfahrer.
Endlich können wir auf die Fähre. Ich fahre los. Plötzlicher Stopp. Ein voller Kleintransporter schafft es nicht die Rampe hochzufahren. Ich stehe vorne und warte. Die Truppe Italiener ist hinter mir und Christina? Sie ist weiter hinten und wird plötzlich von einem Einweiser beim Namen gerufen: „Christina, Christina, no, no, Stop“. Wieso kennt er ihren Namen? Oder ist das Zufall? Achso, wir haben unsere T–Shirts von Marion an. Auf deren Rückseite sind unsere Namen groß abgedruckt. Daran haben wir gar nicht mehr gedacht.
Nun geht es wirklich auf die Fähre. Nachdem wir die Kabine bezogen haben, machen wir uns auf das Schiff zu erkunden. Alles hat zu und es ist wenig los, das kann ja eine spannende Überfahrt werden…
Wir ziehen uns also in unsere Kabine zurück und ich koche uns erst einmal etwas. In der Innenkabine verliert man jegliches Zeitgefühl. Dennoch würde ich jedem empfehlen die Überfahrt mit Kabine zu buchen. WC, Dusche und die Möglichkeit sich zurückzuziehen, wiegen die 80€ Mehrkosten locker auf.

Am Abend sitzen wir draußen auf einer Kiste mit den Rettungswesten, genießen die Meerbrise, das Raunen des Schiffes und unser Becks.


Freitag 23. März: Zwischenstopp in Barcelona. Nun wird die Fähre richtig voll. Plötzlich laufen alle mit grünen Formularen herum und füllen diese aus. Brauchen wir die auch? Wir erkundigen uns an der Rezeption. Aber dort kann man uns leider nicht helfen. Also spreche ich einen Herrn mit einem solchen Formular an. So erfahren wir, dass das Formular zum Einführen von KFZ in Marokko ausgefüllt werden muss und wo wir es  bekommen. Das grüne Formular wird auf Deck 7 verteilt. Alle sind sehr hilfsbereit, aber man muss immer fragen. Offizielle Durchsagen seitens der Schiffscrew beziehen sich leider nicht auf Einreiseformalitäten.  Bis auf ein kleines Schild an der Rezeption „Papierkontrolle auf Deck vier um 14.30h“. Das grüne Formular zum Einführen von KFZ bzw. Motorrads ist leider nur auf Arabisch und Französisch, was das Ausfüllen nicht ganz einfach macht. Auch hier erweist sich Zettel zeigen und fragen als hilfreich. Geduldig wird uns ein ausgefüllter Zettel gezeigt.

Um 14.30 Uhr begeben wir uns dann zu Deck vier. Hier treffen wir auch Ali wieder. Die Papierkontrolle findet in der Disco statt, die zum Office umfunktioniert wird. Noch ist die Disco geschlossen und die Kontrolleure sind noch nicht da. Die Wartenden haben sich jedoch bereits selbst organisiert. In einem kleinen Buch wird eine Liste mit Nummern geführt, damit später auch eine Reihenfolge eingehalten werden kann. Wir bekommen die Nr. 67 und 68.  Als die Kontrolleure eintreffen wird es plötzlich hektisch. Die Einhaltung der Liste muss ausführlich diskutiert werden. Ali ist vorne mit dabei und alle gestikulieren wild. Die ersten zehn dürfen rein, Liste hin oder her. Ali ist natürlich unter besagten zehn und er sorgt dafür, dass wir es auch sind. Unglaublich! Ali gibt alles damit wir unter den ersten sind, nicht unbedingt zur Freude vieler anderer Wartender, aber wir verstehen kein arabisch….
Es werden immer nur ca. 15 Personen gleichzeitig in die Disco eingelassen, immer hübsch der Reihe nach. Die Reihenfolge bestimmt natürlich die Liste. Dabei werden die eingetragenen Namen aufgerufen. Hauptsache, man versteht seinen Namen, ansonsten muss man sehr lange warten. Aber dank Ali haben wir es ja bereits in die Disco geschafft. Auch hier gibt es eine Warteschlange, diesmal sitzend. Christina und ich wollen uns gerade hinsetzen, als zwei Männer mit den Worten „No, no“, auf uns zukommen. Wir sind irritiert. Was wollen die denn von uns. Wir sind ein Paar, ein Team. No, No…. Wir werden bestimmend getrennt. Frauen links, Männer rechts. So gehört sich das. Bei der KFZ Anmeldung durften  wieder alle beisammen sitzen. Verstehe ich nicht.

Dank Ali sind wir schnell drinnen und schnell wieder draußen mit unseren Papieren. Zusammen gehen wir noch einen Kaffee trinken und unsere Wege trennen sich wieder. Ali und seine Frau sind müde, nach so einem Kraftakt auch nachvollziehbar J. Shokran.

Am Abend setzen wir uns wieder auf unseren Außenplatz vom Vorabend und genießen die Atmosphäre bei einem Gläschen Rotwein. Plötzlich stehen drei französische Biker vor uns, fragen nach unseren Motorrädern und erkundigen sich nach der Tour, die wir vorhaben. Wir unterhalten uns sehr nett über unsere geplanten Touren in Marokko. Die drei waren schon öfters dort und haben einige Empfehlungen für uns. Bei der Vorstellungsrunde zeige ich auf das Namensschild auf meinem T-Shirt. Daraufhin ziehen alle drei eilig ihre Jacken aus. Wir sind kurz irritiert…  Sie wollen uns unbedingt zeigen, dass auch sie ihre Namen auf ihren T-Shirts tragen. Guy, Phillippe und François. Ich lese natürlich Français und das Gelächter ist groß. Wir hatten viel Spaß zusammen bis Tanger. Vielleicht treffen wir uns ja doch noch auf „Camping Paradise“ wieder.

Samstag 24.März: Bei der Ankunft in Marokko warten natürlich nochmal einige Formalitäten auf uns. Am Zoll stehen wir wieder gemeinsam mit den Motorradfahrern aus Italien in der Schlange und warten. Christina und ich fragen uns durch. Ein sehr netter Zöllner weist uns den Weg. Ich starte mein Motorrad und fordere die Italiener auf uns zu folgen. Ich weiß nicht wie lange sie sonst da noch gewartet hätten. Sie hatten schon auf der Fähre die Papierkontrolle verpasst, weil sie auf eine offizielle Durchsage gewartet hatten.


Nun sind wir endlich in Marokko angekommen und steuern unser erstes Ziel an: Chefchaouen Camping Azilan. Es regnet und kalt ist es auch. Das hatten wir uns etwas wärmer vorgestellt. Zudem sind die Straßen sehr schmierig und glatt, wir haben richtig Probleme die Leistung unserer Motorräder auf die Straße zu bringen ohne wegzurutschen. So tuckern wir mehr oder weniger die ersten 60km durch Marokko. In der Nähe von Tertouan tanken wir erst einmal und kehren im Hermanos ein. Ein stilvolles, kleines Cafe mit WiFi direkt neben der Tankstelle. Der warme Kaffee tut gut und ist obendrein auch noch sehr lecker. Der Ober ist höflich und hilfsbereit und so bekommen wir auch noch ein leckeres Essen vom Imbiß gegenüber serviert. Wir sind beeindruckt von der Höflichkeit und Hilfsbereitschaft.J

Der Camping Azilan in Chefchaouen ist sehr schön gelegen. Der Platz selbst ist eine europäische Enklave. Es sind sehr viele Wohnmobile aus Europa, vorwiegend aus Holland. Es gibt einen kleinen Supermarkt mit einem Restaurant und WiFi. Was will man mehr.

 

 

3 Kommentare

  1. So kurz unterwegs und schon soviel erlebt…viel Spass noch und immer schön oben bleiben

  2. sagte ich was von Platzmangel beim packen????Dachlasten sind nur was für´n TÜV

  3. Hi Ihr Lieben,

    ich hoffe Ihr und die Motorradräder sind noch gesund.Eure Berichte lese ich immer zum Abend,dient als Entspannung und ich finde sie sehr amüsant geschrieben.Eure Bilder sind toll,da kriegt man richtiges Fernweh!

    Also ,macht es gut,viel Spaß noch und genießt den Resturlaub!

    maggy

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