Einspurig unterwegs…

Fernweh, Abseits der Piste, Motorrad

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Motorradurlaub 2013 vom Donau Delta nach Istanbul

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Für uns sind die letzten Stunden in Rumänien angebrochen… ein letztes Frühstück mit Piere und Lucia, ein Abschlussfoto…. Die Tage in Rumänien waren einfach super. Wir freuen uns schon jetzt auf unseren nächsten Besuch.
Aber noch haben wir Rumänien nicht verlassen. Bevor wir losfahren, stimmen wir noch die heutige Etappe ab. Wir wollen Richtung Constanta und dann nach Mangalia, um dort die Grenze zu Bulgarien zu überqueren. Doch zunächst wollen wir auf dem Weg nach Constanta einmal direkt ans Meer. Dafür haben wir uns das kleine Örtchen Sabla ausgesucht.

Wir machen uns also auf den Weg Richtung Meer. Schließlich wollen wir das Schwarze Meer auch „live“ sehen. Doch als wir fast angekommen sind, ereilt uns die erste Panne. Christina hat einen Platten. Ein Nagel steckt im Reifen. Irgendwie soll das mit dem Besuch am Schwarzen Meer heute nicht sein. Einen Kilometer oder zwei zuvor habe ich noch eine Vulkaniseur gesehen. Also Kompressor raus,  noch ein bisschen Luft aufpumpen und auf zur Werkstatt. Der Schlauch ist  schnell geflickt. In dem Cafe nebenan trinken wir noch einen türkischen Kaffee und dann müssen wir dringend weiter. Die Panne und der Kaffee haben einiges an Zeit gekostet.

Weiter geht es Richtung Varna und Obzor. Irgendwie hatten wir uns die Schwarzmeerküste anders vorgestellt. Gefühlt ist die ganze Bulgarische Schwarzmeerküste verbaut mit Hotels. In meinen Gedanken hatte ich Bilder vor Augen von einem kleinen Fischerdorf, Fisch vom Grill und übernachten in einer einfachen Hütte am Meer… Träume eben.
Für heute kommen wir bis Pomorie und übernachten im Hotel „Kalofer“. Das Hotel ist gut und günstig. Das Personal spricht englisch und deutsch und wir finden einen „sicheren“ Platz für die Bikes.  Wir sind also angekommen auf dem „Ballermann“ des Ostens: Was für ein krasser Kontrast, die Ruhe der letzten Tage und jetzt sitzen wir mitten in einer Partymeile. Aus jeder Kneipe dröhnt andere Musik und es gibt zwei Cocktails zum Preis von einem. Nein, „all-inclusive“ ist nicht unser Ding… Wir kaufen Fisch & Chips und setzten uns ans Meer. Die Brandung übertönt die Musik der unterschiedlichen Bars.
Am nächsten Morgen sind wir froh, dass unsere Motorräder noch auf dem „sicheren“ Platz stehen. Frühstücken, packen und los. Aber wo bleibt Wolf? Wir alle haben den Fisch von gestern nicht so gut vertragen. Wolf hat allerdings dazu noch einen kräftigen Schluck vergorenen Saft aus seinem Trinkrucksack genommen und ist heute morgen nicht fit. Der Trinkrucksack muss nach anderthalb Woche Saftverwendung dann wohl dringend mal von Bakterien befreit werden, bevor er wieder zum Einsatz kommen kann.
Wir brauchen eine Weile bis die Moppeds gepackt sind, dann geht es weiter über Burgas in Richtung  Türkei. Die Strecke ist nicht besonders spektakulär. Die Strassen sind super ausgebaut und so kommen wir gut voran. In  Malko Tärnovo  erreichen wir die Grenze. Ein Foto von Christina mit der Türkischen Flagge im Hintergrund. Wir sind angekommen an der Grenze zur Türkei. Die Grenzkontrollen beginnen ganz normal, zwei Kontrollen: Einmal Pass und einmal Motorrad. Wir dachten damit wären wir durch und freuten uns schon über die „lockere“ Einreise in die Türkei. Doch das war ein Trugschluss. An der dritten Kontrolle werden wir wieder zurückgeschickt. Wir müssen noch unsere Motorräder registrieren. So einfach ist die Einreise in die Türkei dann doch nicht. Also zurück zu dem großen Gebäude, dem wir gerade keine Bedeutung beigemessen hatten, Papiere raus und registrieren lassen.
Das Prozedere dauert auch gar nicht so lange. Schnell sitzen wir wieder auf unseren Motorräder und fahren erneut zum dritten Kontrollpunkt. Wolf und ich werden durchgewunken. Nur Christina darf nicht einreisen und muß erneut ihr Motorrad registrieren lassen. War Christina für den Beamten die erste Frau die selbst Motorrad fährt? Die Zeit vergeht, endlich können wir durchstarten Richtung Istanbul. In Kirklareli, der ersten kleineren Stadt nach der Grenze machen wir eine Pause. Es wird Zeit für den ersten türkischen Tee. Wir werden super freundlich begrüßt und jeder der deutsch spricht will wissen, wo wir herkommen und was wir vorhaben. Wir bleiben eine Weile im Park bei Tee und Gebäck und freuen uns hier zu sein.
Doch dann müssen wir weiter, sonst kommen wir heute nicht mehr bis Istanbul. Hinter Saray verliert Christina plötzlich wieder Luft, die Vulkanisation hält nicht mehr. Wieder wird uns unkompliziert geholfen und mit handwerklichem Geschick repariert Sedat Durgun den Schlauch schnell in seiner kleinen Werkstatt.

Mittlerweile ist es später Nachmittag geworden. Jetzt aber auf dem schnellsten Weg nach Istanbul! Dummerweise sagt die Routenplanung beim Wolf offenbar etwas anderes… Jedenfalls fahren wir nicht die schnellste Route und so ist es bereits dunkel als wir endlich in Istanbul ankommen. Christina und ich waren ja schon in vielen Großstädten mit dem Motorrad unterwegs, auch im Dunkeln, aber Istanbul stellt für uns alle drei eine nicht ganz ungefährliche Herausforderung dar. Die Fahrweise ist doch deutlich aggressiver ….Fahren ohne Verluste, der Schwächere verliert. Das Video dazu ist in Arbeit und fasst fertig.

Schließlich kommen wir im Hotel Cemal Uzun, ganz  in der Nähe vom Takzimplatz, unter.  Das Hotel ist zwar im Vergleich zu den letzten Übernachtungen nicht ganz so günstig, aber wir freuen uns in Mitten des Geschehens zu sein: Kultur, Cafés, Kneipen, Restaurants. Das wird unsere Bleibe für die nächsten drei Nächte. Von den Polizeieinsätze bekommen wir am heutigen Abend nichts mit…
Christina und ich versacken gleich im Geschehen, Wolf muss heute noch seinen vergorenen Saft auskurieren. 

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