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Motorradurlaub Russland - Sankt Petersburg - Die Auferstehungskirche

Motorradurlaub 2005 – Ostsee, Polen, Baltikum, Russland – St. Petersburg – Teil 3

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Nun waren wir endlich in dieser geschichtsträchtigen Stadt St. Peterburg angekommen. Hier wo Peter der Große sich mit der Grundsteinlegung 1703 und der Peter-Paul-Festung ein Denkmal setzte. Gänsehaut! Eine Stadt mit pompösen Bauten und westlicher Orientierung, benannt nach dem Schutzpatron Apostel Petrus. Sie war bis ins 20. Jahrhundert russische Hauptstadt.

Wir machten uns also auf zur Erkundung der nördlichsten Millionenstadt. Die Motorräder ließen wir auf dem bewachten Parkplatz stehen und nutzten die Marschrutkas. Das sind Kleinbusse die als eine Art „Linien-Sammeltaxi“ fungieren. Man stellt sich an den Straßenrand und hält ein Marschrutka durch Handzeichen einfach an. Das ist ein äußerst flexibles, schnelles und günstiges Transportmittel. Ich muss dazu sagen, daß mir die Metro von St. Petersburg nicht geheuer war. Dunkel, feucht und nicht gerade vertrauenswürdig. Daher können wir über Fahrten in der Metro nichts berichten.

Wir stiegen am Newski Prospekt aus. Das ist die Geschäftsmeile von St. Petersburg und liefen den Prospekt hinunter vorbei am Denkmal von Katherina II. Am Ende befindet sich die Admiralität, der Winterpalast und die Eremitage. Als Erstes erkundeten wir die Peter–Paul–Festung mit der Peter–Paul–Kathedrale und dem Grabmal Peter des Großen. Die Stunden vergingen wie im Flug.

Nach der Besichtigung machten wir noch einen Spaziergang durch die Stadt. Ein wenig abseits der Touri-Meile war das Leben von St. Peterburg nicht nur merklich günstiger, sondern auch insgesamt ganz anders. Hier hatten wir Gelegenheit etwas vom „normalen“ Leben in St. Peterburg mitzubekommen. Auch wenn die Verständigung sich vor allem durch zu Hilfenahme aller verfügbarer Mittel auszeichnete, wir freuten uns über einen kleinen Einblick. Hart anzuschauen war vor allem der krasse Kontrast zwischen arm und reich.

Für den ersten Tag waren wir geplättet, also rein in eine der Marschrutkas und zurück zum Hotel. Noch einen russischen Wodka an der Hotelbar, dann fielen wir ins Bett.


Trotz der weißen Nächte schliefen wir sehr gut und freuten uns auf den anstehenden zweiten Erkundungstag. Bei so viel Geschichte und derart vielen Museen waren drei Tage Aufenthalt beinah zu wenig. Für den zweiten Tag hatten wir uns kein konkretes Ziel vorgenommen. Zum Glück waren viele der Sehenswürdigkeiten vom Hotel aus zu Fuß erreichbar. Also liefen wir einfach los.

Nach kurzer Zeit kamen wir über einen Markt, der vollgestopft war mit Souvenirs für Touristen. Vor allem gab es überall Imitate der berühmten Fabergé Eier. Diese wurden von 1885-1917 von Carl Peter Fabergé in St. Petersburg produziert. Wir kauften ein paar Souvenirs und liefen weiter. Dann standen wir vor der Auferstehungskirche. Ein imposantes Bauwerk mit Mosaikbildern aus dem Alten und Neuen Testament. Erbaut wurde sie hier, also an der Stelle wo Zar Alexander II am 1. März 1881 einem Attentat zum Opfer viel. Wer weiß, hätte Alexander II seine Reformen weiter führen können, hätte es dann die Oktoberrevolution gegeben?

Bei Sonnenschein ließen wir uns weiter treiben durch die Straßen und Gassen, vorbei an den vielen Kanälen. Als nächste erweckte der Isaaks Platz mit der Isaak Kathedrale (erbaut 1818-1858) unsere Aufmerksamkeit. Diese wollten wir nicht nur wegen der Architektur und Kunst besichtigen, sondern auch wegen der Möglichkeit St. Petersburg von oben zu sehen.

Nach dem vielen Laufen hatten wir Hunger. In einer kleinen Gasse fanden wir ein nettes Restaurant und kehrten ein. Das Essen war gut und günstig, die Bedienung freundlich, doch haben wir keine Visitenkarte eingesteckt. Deshalb können wir leider nicht mehr sagen wie es hieß oder wo es genau war, aber es hat sich gelohnt die Touri-Meile zu verlassen.

Nach dem Essen liefen wir an der Newa entlang und entschieden uns den Tag mit einer Bootsfahrt auf der Newa ausklingen zu lassen. Wir wollten den Winterpalast und die Peter – Paul Festung vom Wasser aus sehen. Wir genossen die besondere Sicht auf die Stadt und fuhren vorbei am Panzerschiff „HMS Aurora“. Von ihrem Buggeschoss wurde mit einer Platzpatrone am 25. Oktober 1917 die Oktoberrevolution gestartet und die 300 jährige Zarenherrschaft beendet. Mit vielen geschichtlichen Eindrücken kehrten wir ins Hotel zurück.


Für den dritten Tag in St. Petersburg hatten wir uns die Besichtigung eines der bedeutendsten und größten Museen der Welt vorgenommen: die Eremitage.

Zum Komplex der Eremitage gehören das Eremitage-Theater, die kleine Eremitage, die alte Eremitage, die neue Eremitage und der Winterpalast mit seinen unglaublichen Maßen von 200m Länge und 100m Breite und seinen 1057 Räumen. Das ist schon ein beeindruckendes, geschichtsträchtiges Ambiente.

1764 kaufte Katherina die Große 225 Bilder vom Berliner Kunsthändler Johann Ernst Gotzkowsky. Das spannende daran ist, dass Friedrich II diese Kunstsammlung ebenfalls erwerben wollte, jedoch auf Grund seiner Finanzlage darauf verzichten musste. Katherina die Große stellte die Bilder im Winterpalast aus. Das war der Beginn der Kunstsammlung in St. Petersburg.

Wir verbrachten den ganzen Tag in der Eremitage mit ihren 350 Sälen und rund 60000 Exponaten. Beeindruckt und zufrieden verließen wir gegen Abend den Winterpalast und die Eremitage. Leider neigte sich damit auch unser dritter und letzter Tag in St. Petersburg dem Ende und so machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel, um am späten Abend schon mal ein paar Sachen zu packen.

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