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Mostar und das bittere Ende eines Motorradurlaubes

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Mostar: vier Jahre nach unserem letzten Besuch sind wir wieder da und die Stadt zieht uns schnell in ihren Bann. Wir finden ein tolles Apartment im „Gardens Mostar“ in Laufweite der Stari Most, bleiben einen Tag und gehen mit unseren kleinen Kameras auf Erkundungstour.
Wir laufen durch die Altstadt, die seit 2005 UNESCO Weltkulturerbe ist. Wir machen Bilder von der Stari Most, und dem Turm der Franziskanerkirche, besuchen die Karađozbeg-Moschee und schauen uns im Museum einen Kurzfilm über den Balkankrieg an, der an vielen Stellen von Mostar noch sichtbar ist.
Der Tag vergeht schnell und wir packen am Abend unsere Sachen für die Weiterfahrt nach Pag.
Nach der Erkundungstour in der Stadt wollen wir noch einmal an die kroatische Küste. Zum Abschluss nochmal Sommer, Sonne, Meer und frischen Fisch genießen. Doch es sollte anders kommen als geplant.
Morgens verabschieden wir  uns von unserem Vermieter im Gardens Mostar und fahren los. Ich fahre voraus, Christina hinter mir und Wolf als Letztes. Wir biegen auf die vierspurige Straße in Richtung Split/Flughafen und Metkovic ab und fahren auf der ganz rechten Spur.
Auf der Straße sind in regelmäßigen Abständen Bremsschwellen (Drempel) angebracht, wie man sie aus der Zone 30 in Deutschland kennt. Ungewöhnlich für eine vierspurige Straße auf der 50km/h erlaubt ist.
Ich lasse mich von dem Gewusel der Stadt kurz ablenken und sehe den vor mir fahrenden tiefergelegten weißen Golf, der vor einem der besagten Bremsschweller sehr stark abbremst, erst im letzten Moment. Ich mache natürlich noch eine Vollbremsung. Das reicht jedoch nicht mehr aus und ich pralle gerade hinten auf den Golf auf. Bis auf die beiden Fahrzeuge kam zum Glück niemand zu Schaden.
Ich habe jedoch das Vergnügen die Polizeistation von Mostar kennenzulernen und einen Strafzettel als Souvenir. Das hatte ich noch nie.
Unser Vermieter vom „Gardens Mostar“ hat die Situation zufällig aus dem Frisörsalon beobachtet und steht uns gleich helfend zur Seite. Dank ADAC ist der Rücktransport sehr unproblematisch und der BMW Händler in Mostar ist sehr nett und hilfsbereit.Da steht meine Q neben einer 1100GS aus Hannover und wartet auf die Rückreise.
Wir dagegen verlängern unseren Aufenthalt im „Gardens Mostar“ um eine weitere Nacht, bevor wir am nächsten Tag die Weiterreise mit 2 Motorrädern und einem Mietwagen fortsetzen.
Unser Vermieter organisiert uns einen Shuttleservice bis nach Split. Das ist einfach super, danke. Am Flughafen von Split können wir, dank ADAC, ein Leihfahrzeug, einen roten Opel Astra, in Empfang nehmen. Der Urlaub ist gelaufen: Unser Kameraequipment geklaut, die kroatische Küstenstraße „dürfen“ wir mit einem Auto „genießen“, wir werden mit nur einem Motorrad nach Hause kommen!
Wir machen noch einmal Station auf Pag: Auf Kroatien ist Verlass, perfekte Campingplätze, leckere Fischplatten, Meer und Sonne satt, bevor es zurück ins herbstliche Deutschland geht.
An der Raste in Merklingen treffen wir uns dann noch mit Johannes und Orell. Eine gemeinsame Heimfahrt wie wir losgefahren sind? Leider nicht ganz, schließlich fährt Christina im Auto!
Dennoch war es im Nachhinein betrachtet ein toller Urlaub. Wir haben wieder einmal viel erlebt und dabei viele tolle Menschen kennengelernt: den alten Herrn und Campingplatzbesitzer in Pilsen, Rumänisch „Mama“, Karl und Sepp in den Karpaten, Pierre und Lucia im Donaudelta, den Nürtinger Kosovaken, der uns in Shtime spontan zum Kaffee eingeladen hat, die beiden Polizisten bei der Übernachtung an der montenegrinischen Grenze zu Bosnien Herzegowina und nicht zu vergessen den Besitzer des „Gardens Mostar“, der uns ausgesprochen hilfreich zur Seite stand.

 

 

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