Einspurig unterwegs…

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Konstantinopel – Kostantiniyye – Istanbul

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Nun sind wir endlich angekommen am Bosporus in Istanbul, dieser geschichtsträchtigen Stadt. In den griechischen Schriften sind Aufzeichnungen von ersten Besiedlungen 660 v. Christus zu finden. Damals unter dem Namen Byzantion. Unter Rom erhielt die Stadt später den Namen Konstantinopel. 1453 eroberten die Osmanen Konstantinopel und machten sie zur Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Erst jetzt wurde aus Konstantinopel, Konstantiniyye oder auch Istanbul.

1923 verlor Istanbul seinen Regierungssitz an Ankara. Das Zeitalter der Türkischen Republik unter Mustafa Kamal, bekannt als Atatürk, begann.
Heute ist Instanbul eine moderne Stadt, die viel zu bieten hat und mit ihren ca. 14 Millionen Menschen aus allen Nähten Platz. Das Verkehrschaos haben wir ja schon bei unserer Ankunft live miterlebt. Nun machen wir uns also auf zur kulturellen Erkundungstour. Zu Fuß versteht sich. ☺ Erste Station: Der Takzimplatz! Was für eine Ansammlung an Polizei, schwer bewaffnet. Ein Gefühl von Unterdrückung kommt in uns auf. Wir gehen weiter Richtung Bosporus und spazieren am Wasser entlang in Richtung Fatih. Die Blaue Moschee und der Bazar Kapalı Çarşı dürfen auf der Erkundungstour natürlich nicht fehlen.
Den Plan die Blaue Moschee zu besichtigen verwerfen wir schnell, als wir die Menschenmassen davor sehen. Ca. 3000 Menschen warten vor uns darauf eintreten zu dürfen. Wir beschränken uns also auf Fotos von außen und gehen weiter zum großen Bazar mit seiner faszinierenden Überdachung. Wir laufen durch die Hallen, genießen die Atmosphäre inklusive dem obligatorischen Tee auf dem Bazar und machen viele Fotos mit unseren Pocketkameras. Was für eine Metropole. Wir sind begeistert. Nach Stunden auf den Beinen machen wir uns auf den Rückweg Richtung Hotel. Die Füsse sind ein wenig müde und so fassen wir den Entschluß Taxi zu fahren. Straßenbahn wäre zwar günstiger, aber in einem der „Yellow Cabs“ durch die Rush-Hour von Istanbul… Das ist doch sicherlich ein Erlebnis.

Natürlich verhandeln wir mit dem Taxi-Fahrer einen Festpreis und steigen ein. Der Fahrer ist sehr nett, spricht jedoch wenig Englisch oder Deutsch. Die Strecke von der Blauen Moschee zu unserem Hotel ist eigentlich nicht weit, aber es ist Freitag Abend und viel Verkehr auf den Strassen. Entweder wir stehen oder wir rasen in atemberaubenden Tempo zwischen Autos, Rollerfahrern und Fußgängern hindurch. Unglaublich, dass wir gestern mit den Motorrädern selbst in diesem Chaos unterwegs waren. Nach ca. 15 Minuten lässt uns der Fahrer am unteren Ende der Straße zum Hotel aussteigen. Das Budget ist aufgebraucht. Bei der Abrechnung zückt Wolf unglücklicher Weise sein komplettes Geld und lässt den Taxifahrer die Scheine auswählen. Schade, sonst war es ein tolles Erlebnis.

 

Die Fahrt war damit also nicht wirklich billig, hat aber trotz allem Spaß gemacht und wir kehren zum Abschluss unseres ersten Tages in Istanbul im Restaurant vom Vorabend ein.

Am nächsten Morgen merken wir unsere Beine schon ein wenig… Istanbul hat verdammt viele Treppen. Also entschließen wir uns zu einer Bootsfahrt auf dem Bosporus. Weniger laufen und Istanbul vom Wasser aus sehen, das klingt verlockend. Zudem wollen wir natürlich auch den asiatischen Teil von Istanbul besuchen.
Wir laufen uns also nochmal die vielen Treppen zur Anlegestelle Kabatas hinunter und beginnen mit der Suche nach dem entsprechenden Boot. Es ist gar nicht so einfach die richtigen Tickets für die Fähre zu bekommen. Es gibt viele Verkaufsstände und Automaten mit ausgeschriebenen Routen, aber welches ist die Taxi-Rundfahrt für uns? Wir klappern die Stände ab. Der Duft der vielen kleinen Grillstände, der uns ständig in der Nase zieht erzeugt dabei ein Gefühl von Dauerhunger. Doch schließlich sind wir erfolgreich und es geht erstmal aufs Boot.
Bei schönstem Wetter fahren wir vorbei am Leanderturm, dem Beylerbeyis Palast und Rumeli Hisan. Am Kucuksu Kasri verlassen wir die Fähre um asiatischen Boden zu betreten. Das erste Mal in „Asien“… Als naive Touristen hatten wir uns das allerdings ein bisschen spektakulärer vorgestellt. Ich weiß zwar nicht so genau, was ich bzw. wir erwartet hatten. Ein Schild mit der Aufschrift: „Sie sind auf der asiatische Seite von Istanbul.“? Wohl eher nicht, aber ein bisschen mehr als gar nichts hatten wir schon erwartet. Ob Europa oder Asien, hier war kein Unterschied zu sehen.

Wir haben eine Stunde Zeit bis das nächste Boot kommt und uns wieder mitnimmt nach „Europa“ 😉 Also gehen wir auf Erkundungstour,  schlendern an Hochzeitsveranstaltungen vorbei und kehren in einer Art Biergarten auf ein Getränk ein. Auf dem Rückweg zur Anlegestelle machen wir noch Erinnerungsfotos von unserem Spaziergang auf dem asiatischen Kontinent. Dann geht es wieder aufs Boot.

Die Zeit vergeht im Flug und schon legen wir wieder in Kabatas an. Es ist mittlerweile Abend und wir kehren zum Abschluss noch einmal im Restaurant unseres Vertrauens ein.
Nach einer kurzen Nacht, packen wir unsere Motorräder  und verlassen Istanbul. Eine tolle Stadt, in der es für uns noch sehr viel zu entdecken und erkunden gibt. Nur die Polizeieinsätze haben wir als überzogen empfunden.  In unseren Augen ging es hier um Machtdemonstration und Einschüchterung der Bevölkerung. Schade!

Die Filmmusik im Video ist Bellydance-Musik von Weightless http://www.jamendo.com

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