Einspurig unterwegs…

Fernweh, Abseits der Piste, Motorrad

Motorradurlaub-2014-Anfahrt-Genua-Fähre-Richtung-Tunesien-einspurig-unterwegs

Einreise Tunesien

| 4 Kommentare

Nach der Fährüberfahrt, steht die Einreise nach Tunesien an. Das ist schon etwas Besonderes, daher widmen wir dem Thema jetzt einen eigenen Bericht. Wenn man weiß welche Formulare auszufüllen sind und wo man sie bekommt, ist es eigentlich ganz einfach. Doch als Europäer sind wir an strukturiertes Vorgehen und Instruktionen gewöhnt. Hier muss man sich die Infos und Dokumente erfragen. Das funktioniert zwar gut, ist aber auch sehr zeitintensiv. Auch wenn die Französischkenntnisse miserabel sind, wie bei mir, fragen funktioniert immer. Alle sind sehr hilfsbereit und bemüht dem ahnungslosen Touristen zu helfen.

Konkret läuft das Ganze wir folgt ab:

Auf der Fähre liegen irgendwo (nicht an der Rezeption) Formulare aus. Am besten die übrigen Fahrgäste beobachten und wenn plötzlich alle mit Reisepässen und weißen Zetteln herumlaufen, fragen. Für die Einreise 1 Person und 1 Motorrad muss man die folgenden beiden Formulare ausfüllen und später vorlegen:

  • Agence La Goulette: Persönliche Daten, Reisepass
  • Fiche d’éntrée ou de sortie pour vehicle: Dieses dient zum Registrieren des Fahrzeugs.

Die Formulare sind denen für die Einreise nach Marokko sehr ähnlich. Doch im Gegensatz zur Überfahrt nach Marokko, werden diese nicht bereits an Board kontrolliert und abgestempelt, sondern die ganze Einreiseprozedur findet im Hafen von Tunis statt.

Im Hafen liegen auf einer Fensterbank vor den Kontrollhäusern weitere Formulare aus. Für die Einreise mit einem Fahrzeug benötigt man ein blaues Formular „Demande ´d autorisation de circulation pour un vehicule automobile“ – das sogenannte „Fiche bleue“ und ein Formular für den Zoll.

Der Ablauf gestaltet sich dann wie folgt:

  1. Schritt: Ausfüllen der Formulare
  2. Schritt: Der Zoll kontrolliert das Fahrzeug und erteilt Stempel auf der Rückseite vom „Fiche bleue“
  3. Schritt: Anstellen am Schalter 4, um einen weiteren Stempel auf der Vorderseite des fiche bleue“ abzuholen. Hier werden Reisepass und Fahrzeugschein benötigt.
  4. Schritt: Seit dem 1.10.2014 erhebt Tunesien für ein Fahrzeug, dass für eine begrenzte Zeit (max. 3 Monate) eingeführt wird, bei der Einreise eine Touristensteuer in Höhe von 30DN. Bei unserer Einreise konnten wir diese Steuer nur in DN zahlen und nicht in Euro oder gar mit Karte. Für alle die nicht im Besitz von Dinars sind, gibt es einen Bankschalter. Zum Nachweis, dass man die Steuer gezahlt hat, erhält man eine Marke in der Größe einer Briefmarke. Diese wird später auf ein Formular geklebt, dass man immer mit sich führen muss. Bis dahin gilt es die kleine Marke zwischen den ganzen Zetteln nicht zu verlieren! Diese Marke erhält man am Schalter 1 und 2.
  5. Das Formular für den Zoll gibt es nur auf arabisch. Wir hatten zum Glück Unterstützung von Einheimischen. Das Formular ist wie folgt auszufüllen:

    Oben links: Name
    Zweite Reihe Ende: Reisepassnummer
    Angegeben haben wir 1-4 wie folgt gemacht:

    Affaires Personelles
    Equipment pour Photos
    GPS Navigation
    Camping Equipment

  6. Wenn alle Papiere zusammen sind, geht man damit zum Grenzhäuschen. Hier werden noch einmal alle Daten überprüft. Reisepass, Fahrzeugschein, die ausgefüllten Formulare und hier erhält man dann die Bescheinigung „Autorisation de circulation pour un vehicle automobile“. Auf das Formular wird, wie gesagt, die Steuermarke geklebt wird. Ein sehr wichtiges Dokument auch für die Ausreise. Aufpassen!

Jetzt kann man sich zumindest schon einmal auf sein Motorrad setzen, um fünf Meter zu fahren. Dann werden noch einmal alle Papiere von einem Grenzer kontrolliert. Dann geht es weitere fünf Meter weiter, wo noch einmal die Unterlagen von der Polizei kontrolliert werden. Dann darf man endlich nach Tunesien einreisen. Für Neulinge, wie uns, kann diese Einreiseprozedur schnell zwei Stunden dauern.

4 Kommentare

  1. Hi ihr beiden,
    Danke fürs beschreiben. Ist für das“erste mal“ immer ganz hilfreich. Auf der marokkanischen Fähre brauchten wir drei Stunden. Diese winzigen, aber wichtigen Zettel nannten wir bei der türkischen Einreise „Daumennagelzettel“ – ohne den hat man den Pass nicht wieder bekommen. Weiterhin viel Spaß in Tunesien!!!!

  2. Wow! Ihr habt Euch die Einreise nach Tunesien aber wirklich verdient! Durch den dunklen Formularwald in die Wüste…. 😉

Schreib einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


"