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Chebikka, Mides und die Rommelpiste

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Christina und ich wir haben uns gerade aus unseren Schlafsäcken gerollt und kochen den ersten Kaffee des Tages, da kommt Johannes schon angefahren mit unseren reparierten Motorradhosen. Der Schneider hat ein super Handwerk hingelegt. Beide Hosen sind also bereit für die nächste Tour. Die Route ist auch schon geplant: über Chebikka mit seinen Dorfruinen und der Wasserquelle, zur Schlucht von Mides an der algerischen Grenze und dann zum Ziel: der Rommelpiste. Nach dem Frühstück geht es los.
Recht schnell kommen wir in Chebikka an. Das Wetter ist wie im August 40°C im Schatten und wir, drei Touristen mit Motorradklamotten mitten drin. Kaum haben wir angehalten steht schon der erste Tourguide vor uns. Eine Wanderung durch die Ruinen und zum Wasserfall. Na dann, los. Wir gehen durch die Überreste von Chebikka. Ein Unwetter, mit großen Wassermassen ließ die Lehmbauten wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Es geht weiter zur Quelle um dort hin zu kommen quetscht man(n) sich durch einen Spalt im Fels. Ich schaue auf meinem Bauch. Weniger wäre jetzt besser! Schwups sind Christina und Johannes durch und flupp Christian auch. :-)
Tolles Licht, das Grün der Oase mit dem rötlichen gefärbten Stein, dazu das Blau der Quelle. Einfach genial. Wie gut, dass wir hier sind. Unser Tourguide fragt, ob wir noch einen Umweg laufen wollen? „Aber ja, wir sind dabei.“ Es geht vorbei an kleinen Kanälen, die zur Bewässerung der Oase dienen und wir dürfen bei der Dattelernte zusehen. Die Freundlichkeit der Leute. Geflashed von der Landschaft, geschafft vom Laufen bei 40°C in Endurostiefeln, kommen wir wieder beim Ausgangspunkt an. Unser Tourguide bekommt seinen Obolus und wir brauchen ein „thé à la menthe“ und Wasser. Kurz ausgeruht geht es weiter, die Schlucht von Mides wartet. Wir fahren die Kilometer durch eine Bilderbuchlandschaft. In Mides angekommen begeben wir uns gleich durch die Dorfruinen zur Schlucht. Diesmal ohne Guide. Wir schauen runter in die Schlucht, da unten verläuft die Grenze zwischen Tunesien und Algerien. Wie friedlich es hier doch ist. Nur meine Endurostiefel sind mit dem heutigen Laufprogramm überfordert. Die Sohle hat sich gelöst. Also zurück. Wir setzen uns zu einem der Guides, der uns ursprünglich zur Schlucht führen wollte. Er besorgt mir Nägel, um den Stiefel provisorisch wieder zu flicken. Im Gespräch zeigt uns der Guide Bilder und Zeitungsartikel von sich: „Zu Fuß durch die Wüste“, einfach toll.
Der Stiefel ist repariert. Ich kaufe mir ein Tuch und wir trinken noch einen „thé à la menthe“. Dann geht es weiter zur Rommelpiste.
Der Einstieg zur Rommelpiste im Ort Redeyef ist gut versteckt. Wir fahren ein wenig kreuz und quer durch den Ort. Durch Hinterhöfe, vobei an einer Müllhalde kommen wir schließlich auf eine Piste, die uns in die richtige Richtung führt. Wir fahren einige Kilometer über die Schotterpiste und plötzlich macht die Straße einen Rechtsknick und geradeaus geht es ein paar Meter herunten. Wir sind also auf der Rommelpiste. Was für eine Aussicht. Es ist bereits später Nachmittag und somit perfektes Licht für Fotos. Insgesamt sind wir überrascht über das positive Bild, das im allgemeinen hier in Tunesien von Rommel vorherrscht. „Rommel hat sich über die Befehle hinweggesetzt und so seinen Soldaten das Leben gerettet.“ „Mit Eseln hat er die Engländer zum Narren gehalten.“ „Ein echter Wüstenfuchs.“ Mit Rommel haben wir die deutsche Geschichte im Hinterkopf und das ist weiß Gott nicht positiv. Was solls. Die Aussicht ist beeindruckend. Doch die Sonne geht langsam unter und es sind noch gut 80km zurück nach Tozeur.
Wir fahren über die Betonplatten der Rommelpiste dem Sonnenuntergang entgegen. Was für ein Bild. Zwischendurch erwischen wir noch einen falschen Abzweig mit viel zu vielen, zu großen Steinen… Wir drehen um und nehmen die andere, bessere Piste. Doch das hat zuviel Zeit gekostet. Und wieder ist es dunkel.. Als wir wieder festen Asphalt unter den Rädern haben sind die letzten 50km schnell überbrückt.
In Tozeur fahren wir direkt zur Pizzeria und bestellen eine „Pizza Berber“. Leckeres Essen und die Traumbilder des heutigen Tages vor Augen, Chebikka, Mides, die Rommelpiste.

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