Einspurig unterwegs…

Fernweh, Abseits der Piste, Motorrad

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Café Bir Soltane, Ksar Ouled Soltane und Star Wars von Matmata

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Die beeindruckenden Tage von Douz neigen sind dem Ende und unsere noch verbleibenden Urlaubstage sind überschaubar. Christina und ich laufen ein wenig wehmütig zum letzten Mal über den Markt von Douz und verabschieden uns. Wir kommen bestimmt wieder. Dann heißt es Sachen zusammenpacken.Es gibt noch einiges für uns zu entdecken: Die Lehmspeicher von Ksar Ouled Soltane, ca. 20km Süd von Tataouine entfernt, die Star Wars Kulissen von Matmata … natürlich wollen wir dort übernachten, im Hotel Sidi Driss.
Zu unserer freudigen Überraschung schließen Eva und Frank sich uns an für die Tage von Ksar Oulet Soltane und die Star Wars Kulissen. Wir vereinbaren uns am Café Bir Soltane zu treffen. Eva und Frank wollen bis dorthin querfeldein fahren. Wir nehmen mit unseren Dickschiffen, vor allem voll beladen, lieber den Weg über die Straße. Voll genial! Eva und Frank fahren schonmal los. Wir packen noch zusammen und machen zum Abschluß noch ein Photo mit Madame Sophie vom Camping Desert Club.

Wir starten 1 ½ Stunden später und kommen eine gute Stunde später am Café Bir Soltane an. Von Eva und Frank ist noch nichts zu sehen. Die Pistenverhältnisse sind auch für Profis wie Frank und Eva in diesem Jahr eine kleine Herausforderung und so dauert es noch eine weitere Stunde, bis Frank und Eva am Café eintreffen. Wir vertreiben uns die Zeit mit fotografieren. Vor allem das einsame WC in der Wüste ist ein tolles Fotomotiv 😉 Es ist spät geworden, also suchen wir uns in der Nähe des Cafés einen Übernachtungsplatz. Es ist Herbst und da wird es bereits gegen 18.00 Uhr dunkel.

Ein Platz wurde schnell gefunden, Eva ist heute unser Shuttlebus und bringt Christina zu dem auserkorenen Platz. Ich fahre erst Christinas Motorrad und dann holen wir meine GS.
Wir bauen die Zelte auf, machen Feuer und kochen zusammen. Eine tolle Runde und ein Moment für die Ewigkeit. Dann ruft das Zelt. Gute Nacht.

Am nächsten Morgen: Wüstenkaffee vor dem Zelt, Frühstück im Café Bir Soltane, dann geht unsere Fahrt weiter. Die Piste zwischen Bir Soltane und Guermessa macht voll Spaß und ist gut zu befahren. Weite Sicht und eine gute Gelegenheiten für Fotos. Eine tolle Straße ist die Rundfahrt über Chenini und Douiret. Am Nachmittag erreichen wir Tataouine. Tataouine bedeutet in der Berbersprache „Wasserquelle“. Die ehemaligen französischen Militärstadt wird aber auch la porte du désert („das Tor zur Wüste“) genannt. Wir tanken und kaufen noch ein paar Lebensmittel ein.
Dann geht es weiter in Richtung Ksar Oulet Soltane. Am späten Nachmittag kommen wir dort an. Doch für eine Besichtigung reicht die Zeit nicht mehr und wir begeben uns direkt auf die Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz. Dieses Mal müssen wir lange suchen bis wir einen geeigneten Platz finden. Im Dunkeln bauen wir unsere Zelte auf, suchen Holz, kochen und sitzen wieder gemeinsam am Feuer.
Beim Kochen kommt plötzlich aus dem Nichts Wind auf. Wie ein kleiner Orkan. Eine der Windböen reißt ein Zelt mit sich. Was geht hier ab und wessen Zelt war das?
Die zwei Heringe haben das Vango gehalten, doch das Vaude war nicht gesichert. Zum Glück nicht ins Feuer. Wir sichern all unsere Sachen, doch die letzten Utensilien finden wir erst am nächsten Morgen wieder… Im Dunkeln, nur mit Stirnlampe… Keine Chance.
Am nächsten Morgen steht die Besichtigung von Ksar Ouled Soltane auf dem Programm. Wir packen unsere Sachen zusammen und fahren hoch zur Speicherstadt. Unsere Motorräder parken wir direkt davor. Bei strahlend blauem Himmel sieht die Speicherstadt noch schöner, imposanter aus als auf den Bildern. Wir fünf ziehen durch Ksar Ouled Soltane, schauen, Fotografieren, kaufen Souvenirs, fahren mit unseren Motorräder in die Speicherstadt für ein Foto. Zum Schluss unser obligatorischen Thé à la menthe.
Nun geht unsere Fahrt weiter in Richtung Matmata. Die Star Wars Kulissen warten noch einmal auf uns. Von Ksar Ouled Soltane fahren wir Richtung Ksar El Ferch und besuchen dort noch einmal Lehmspeicher.Auf dem Weg nach Matmata überqueren wir das Dahar Gebirge. Im Vergleich zum Atlasgebirge in Marokko ist das Dahar verhältnismäßig klein. Der Tubakal in Marokko ist 4165m hoch, der Djebel Zemerténe in Tunesien gerade mal 716m. Doch auf einer Tunesien-Reise sollte das Dahar nicht fehlen. Für uns sind es 200km beeindruckende Momente. Wir sind beeindruckt von den schroff abfallenden Bergen, Tälern und Tafelbergen.


Am frühen Abend erreichen wir Matmata. Hier wo Filmgeschichte geschrieben wurde. Übernachten im Hotel Sidi Driss, auf den Spuren George Lucas. Ich habe Bilder von Luke Skywalker, Prinzessin Leia, Darth Vader und dem Todesstern vor Augen: „Möge die Macht mit Dir sein.“
Doch nach den beeindruckenden Kilometern von der Ksar Oulet Soltane über das Dahar Gebirge nach Matmata, haben wir zunächst einmal Hunger: Es gibt Tajine und zwar richtig lecker. Die Beste, die wir bis in Tunesien hatten.Dann stehen wir vor dem Hotel Sidi Driss. Es lebt scheinbar nur noch von seiner ruhmreichen Vergangenheit, denn wir fünf sind die einzigen Gäste. Egal!

An der Bar von „Chalmuns Cantina“ in Mos Eisley trinken wir noch ein Bier und summen die Filmmusik von Star Wars. Nur Giovanni ist noch im Stress. Als Ältester der Gruppe wird er immer wieder angesprochen. Alle wollen Giovanni etwas verkaufen. Sogar Sprit aus Lybien… Armer Giovanni. Er ist ein wenig aufgelöst…

Dann ist es Zeit für Nachtruhe. Doch die Höhlenzimmer gefallen uns nicht wirklich und wir bauen unsere Zelte auf. Ein Highlight: zelten in den Star Wars Kulissen von Matmata.

Am nächsten Morgen sind wir, wie immer in Tunesien, früh wach. Gegen sieben Uhr gehen Christina und ich los um zum Fotografieren. Wir sind allein. Im Hotel ist keine Menschenseele. Eigentlich haben wir für ein Frühstück mitbezahlt. Doch so ausgestorben wie das Hotel ist, sind wir uns nicht sicher, ob da heute Morgen noch jemand kommen wird. Wir kochen unseren Kaffee also zunächst einmal selbst. Kurz vor neuen kommt plötzlich Leben auf. Gibt es doch ein Frühstück?
Und dann stehen auch schon die ersten Touristen da und wollen die Filmkulissen Fotografieren. Ein wenig irritiert blicken die Touristen auf unsere Zelte und trauen sich kaum ein Foto zu schießen… Wir gehen derweil in Ruhe frühstücken. :-)

Nach dem Frühstück heißt es leider Abschied nehmen von Eva und Frank. Eine super gemeinsame Woche neigt sich dem Ende. Eva und Frank fahren wieder in die Sahara und wir begeben uns auf den Weg zur Fähre.

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