Einspurig unterwegs…

Fernweh, Abseits der Piste, Motorrad

Suche-nach-der-Trajansbruecke-Richtung-Dougga

Auf der Suche nach der Trajansbrücke

| Keine Kommentare

Nach dem guten Frühstück in der Auberge Le Pirat, beschließen wir Tabarka auszulassen und stattdessen gleich die Trajansbrücke anzufahren. Die Brücke wurde 29n. Chr. erbaut und war die Hauptversorgungsroute des römischen Afrika. Die Brücke muss natürlich fotographisch festgehalten werden… Vom Cap Serrat fahren wir in Richtung Beja. Zunächst kommen wir auch gut voran. Hinter Beja wird es dann schwierig. Die Brücke soll in der Nähe von Mastouta sein, allerdings haben wir keine Koordinaten und die Tunesier scheinen von der Brücke nicht wirklich viel zu wissen. Wir nehmen also die Route in Richtung Mastouta unter die Räder. Die Straße Richtung Mastouta ist noch im Bau, also Piste. Die ist anfangs auch gut, doch dann wird der Boden immer tiefer und tiefer. Vor einer der tiefen schlammigen Wasserdurchfahrten geben wir dann auf. Das wird uns zu gefährlich. Mit unseren bepackten und schweren Maschinen müssen wir uns das nicht geben. Also drehen wir um, fahren wieder nach Beja zurück und versuchen einen anderen Weg in Richtung Mastouta. Wir folgen der Hauptstraße in Richtung Hammam Saiala.

Doch wo ist die Tranjansbrücke? Die Stunden vergehen. Es ist mittlerweile spät. In Hammam Saiala fragen wir einen Polizisten nach dem Weg. Wir müssen doch ganz in der Nähe der Tranjansbrücke sein. Der Polizist hat keine Lust Touristenfragen zu beantworten und lässt uns einfach stehen. Ein Taxifahrer meint zu wissen wo wir hinwollen und bedeutet uns ihm zu folgen. Das tun wir auch. Allerdings führt er uns in eine ganz andere Richtung… Das kann eigentlich nicht stimmen. Aber wer weiß, vielleicht stimmt unsere Karte ja auch nicht. So landen wir in Bou Salem und es wird langsam dunkel. Für heute geben wir die Suche nach der Trajansbrücke auf. Bou Salem ist eine Kleinstadt im Nordwesten Tunesien: hohe Arbeitslosigkeit, staubig… eine komische Atmosphäre. Hier fühlen wir uns nicht wohl. Doch wir müssen eine kleine Pause einlegen. Für die F sind diese hohen Temperaturen in der Stadt nichts. Abkühlen ist angesagt. Es ist mittlerweile 18 Uhr, es ist fast dunkel und wir haben die Tranjansbrücke nicht gefunden. Dazu sind wir in die Stadt Bou Salem gelandet. Ein sehr gut deutsch sprechender Tunesier spricht uns an: „Ihr könnt bei mir und meiner Familie übernachten.“ Wir sind skeptisch, doch der junge Mann namens Tehir lässt nicht locker. Da es Bou Salem kein Hotel gibt, willigen wir schließlich ein uns das Ganze anzuschauen. Wir fahren also zum Cafe von Tehirs Bruder in einem kleinen Dorf hinter Bou Salem. Doch Tehir hat dieses Angebot ohne seinen großen Bruder gemacht. Man sollte auch nicht die Gastfreundschaft seines Bruders überreizen… Hier können wir also nicht bleiben.

Inzwischen ist es bereits 20 Uhr und die nächste Übernachtungsmöglichkeit ist in Jendouba. Doch Jendouba überhaupt nicht unsere Richtung und wir müssten zurück durch Bou Salem. Téboursouk (Dougga) ist unser nächstes Ziel auf der Route und bis dorthin sind es nur noch knappe 40km. Man soll zwar nicht im Dunkeln fahren, aber heute Abend nehmen wir das in Kauf und fahren nach Dougga / Téboursouk. Die Straßen sind leergefegt und wir fahren über eine kleine Gebirgskette. Mein Navi zeigt zwischenzeitlich 1000 Meter Höhe an. Unser erster Pass in Tunesien und wir sehen nichts, weil es stockfinster ist. Schade!

In Téboursouk halte ich an der Polizeikontrolle und frage den Polizisten, ob wir auf dem richtigen Weg zum Hotel Thugga sind. Für heute haben wir keine Lust mehr auf Suchen… Tatsächlich sind wir kaum 500 m davon entfernt.

Das Hotel ist groß, sauber, es gibt noch etwas zu Essen und kaltes Bier. Cool! Überrascht sind wir, als der Polizist, den ich nach dem Hotel gefragt habe, nach Dienstschluss noch einmal vorbeikommt, um zu sehen, ob wir gut im Hotel angekommen sind. Tunesien ein cooles Land. Wir freuen uns auf Dougga.

Schreib einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


"