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Fernweh, Abseits der Piste, Motorrad

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Auf dem Weg zur eigenen BMW F650 Dakar

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Endlich, es ist Freitag. Freitag, 9.3.2012, 10 Uhr. Christina und Christian haben gerade an meiner Haustüre geklingelt und holen mich ab. Zur Abwechslung werde ich heute mal wieder zur Sozia. Allerdings nur für die einfache Wegstrecke von Reutlingen nach Saarbrücken, denn dort steht mein erstes eigenes Motorrad zur Abholung bereit. Es ist eine BMW F650 Dakar. Ich freue mich riesig. Schon bei der Probefahrt ein Wochenende zuvor, hätte ich „mein“ Bike am Liebsten gleich mit nach Hause genommen. Jedoch ein Kundendienst und die Kaufformalitäten standen diesem Vorhaben im Weg. 😉

Bekanntlich ist aber die Vorfreude, die schönste Freude. Und die kann ich jetzt die nächsten 350 km voll und ganz bei Christian auf dem Motorrad auskosten. Nur Beifahrerin zu sein, hat doch seine Vorteile. Wir fahren bei 10 Grad und Sonnenschein in Reutlingen los, vorab haben wir uns darauf geeinigt, nicht den direkten Weg nach Saarbrücken zu nehmen, sondern eine schöne Tour über das Elsass zu fahren. Wie sich herausstellen wird, eine Tour, die einige besondere Momente für uns bereit halten wird.

Wir kommen an der Schwarzenbachtalsperre im Schwarzwald vorbei. In der Motorradsaison ein absoluter Biker-Treffpunkt, an dem man den Spaß und die Freude am Motorradfahren in all seinen Facetten zu sehen bekommt. Heute dagegen ist es still, die Talsperre liegt friedlich und fast komplett zugefroren bei höchstens 0 Grad vor uns.

Die nächsten 30 Minuten werden die Kältesten, die ich bisher auf dem Motorrad erlebt habe. Wir fahren bei unter Null Grad über wunderschöne Schwarzwaldsträßchen. Um uns herum liegt noch Schnee und die Bäume, Sträucher und Äste sind solange mit Raureif bedeckt, bis die wärmenden Sonnenstrahlen durchbrechen und der Frühling den Winter zurück drängt. So schön dieser Jahreszeitenübergang für unsere Augen ist, so anstrengend ist es für den Rest des Körpers. Aufgrund der Kälte und des Schnees auf den Straßen kommen wir viel langsamer als gedacht voran. Christina packt sich bei einem kurzen Zwischenstopp noch mal wärmer ein. Gegen 12:30 Uhr machen wir unsere Mittagspause mangels besserer Alternativen bei einer Metzgerei mit Heißer Theke. Die Auswahl der Speisen und ihre Qualität übertrifft alles Erwartete. Wir tauen nicht nur auf, sondern werden durch perfekt gebratene Steaks mit Gemüse und heißer Gulasch-Suppe richtig satt. Eine Tasse Kaffee rundet das Aufwärmprogramm ab. (Übrigens wurden wir die ganze Zeit wie Mars-Menschen angesehen: Motorradfahren bei dem Wetter?!) Wir setzten die Fahrt nach einer Stunde Pause unbeirrt fort und überqueren den Rhein mit der Fähre um im Elsass weiterzufahren.

Am späten Nachmittag, zwei Stunden später als geplant, kommen wir in der BMW Niederlassung Saarbrücken an. Dort werden wir schon sehnsüchtig erwartet. Mein Motorrad steht im Verkaufsraum bereit. Wir werden herzlich begrüßt und dürfen uns bei Kaffee erst mal entspannen. Dann unterschreibe ich den Kaufvertrag und bezahle mein neues Motorrad. :) Mein persönliches Kennzeichen wird angebracht, dann erhalte ich noch einmal eine exklusive Einweisung in alle Funktionen des Motorrads.

Inzwischen haben wir uns geeinigt nicht mehr direkt nach Reutlingen zurück zu fahren. Es würde viel später werden und erneut sehr kalt. So lassen wir uns vom Händler unseres Vertrauens beraten und fahren Richtung Straßburg um dort ein Nachtquartier zu beziehen und am nächsten Tag ganz entspannt nach Reutlingen zurück zu fahren. Mit diesem Plan in der Tasche machen wir uns auf den Rückweg.

Kurz vor Straßburg, im kleinen Städtchen Saverne finden wir das Hotel National in dem es noch freie Zimmer inkl. einer eigenen Garage für die drei Motorräder gibt. Auch wenn der hoteleigene Geruch sehr gewöhnungsbedürftig ist und die Zimmer ihre besten Zeiten hinter sich haben, fühlen wir uns gut aufgehoben und machen uns nach einer kleinen Erfrischungspause auf den Weg unseren knurrenden Magen zu füllen. Im wunderschönen Stadtkern finden wir nach wenigen Gehminuten eine kleine aber feine Brasserie mit dem wohlklingenden Namen Brasserie de l’ami Fritz. Ein hilfsbereiter Gast, mit vorzüglichem deutsch übersetzt uns die Speisekarte und erklärt uns die Geschichte der Brasserie. Der Namensgeber, Fritz, ist mit seinen 95 Jahren noch wohnhaft in Saverne und kommt ab und an noch selbst auf ein Glas Wein vorbei. Wir lassen uns zur Feier des Tages den Aperitif, Steak, Flammkuchen und eine flambierte Crème brûlée schmecken. Glücklich, zufrieden und völlig erledigt, freuen wir uns auf eine geruhsame Nacht.

Am nächsten Morgen lassen wir uns das französische Frühstück schmecken. Allerdings erst nach dem Christian den Frühstückstisch liebevoll für das Geburtstagskind Christina hergerichtet hat und wir ihr gratuliert haben. (Leider, gibt es im Hotel keine Kerze, so wird das iPhone kurzer Hand dazu umfunktioniert.)


Was für ein cooles Geburtstagskind! Fährt mit mir extra mein Motorrad abholen, verlängert die Tour ganz spontan um einen Tag und das obwohl am Nachmittag die Gäste eingeladen sind. :) Danke Christina!
Und dann geht los zur letzten Etappe dieser ersten Motorradtour des Jahres 2012. Wenn das nicht ein gelungener Start in die noch ganz junge Motorradsaison ist, dann weiß ich auch nicht.

An dieser Stelle geht ein großes Danke Schön an euch beide, Christian und Christina. Ohne euch, wäre ich nicht so schnell zu meinem neuen Bike gekommen. Vielen vielen Dank. :)

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